
Die Wahl eines Edelmetalls ist keine Frage des Geschmacks, sondern eine Begegnung mit seiner Seele.
- Jedes Metall (Gold, Platin, Titan) besitzt eine einzigartige „Persönlichkeit“, die über seine physischen Eigenschaften hinausgeht.
- Deutsche Punzierungen (z.B. 750) sind nicht nur Zahlen, sondern ein historisches Gütesiegel für Reinheit und Wert.
Empfehlung: Wählen Sie nicht nur nach Ästhetik, sondern nach dem Charakter des Metalls, der Ihre eigene Identität widerspiegelt.
Seit Anbeginn der Zeit ist die Menschheit von der stillen, leuchtenden Anziehungskraft der Edelmetalle fasziniert. Wir schmieden sie zu Symbolen der Macht, der Liebe und des Glaubens. Doch oft beschränkt sich unser Verständnis auf oberflächliche Fragen: Passt Gold oder Silber besser zu mir? Was bedeutet 18 Karat? Diese Fragen sind gültig, doch sie kratzen nur an der Oberfläche einer viel tieferen Wahrheit. Sie übersehen die alchemistische Essenz, den ureigenen Charakter, der in jedem Barren Gold, jedem Gramm Platin und jedem Faden Silber schlummert. Jedes Metall hat eine Seele, eine innere Signatur, die durch seine Dichte, seine Farbe und seine Reaktion auf Licht und Zeit geformt wird.
Die gängige Annahme, die Wahl des Metalls sei eine reine Stilfrage, ignoriert diese fundamentale Dimension. Man betrachtet die Legierung, aber nicht ihre Geschichte; man prüft den Stempel, aber nicht das Versprechen, das er besiegelt. Doch was, wenn die wahre Kunst der Juwelierkunst nicht nur in der Formgebung liegt, sondern im Verständnis der Materie selbst? Was, wenn die Wahl des richtigen Metalls weniger mit dem Hautton und mehr mit der inneren Resonanz zu tun hat – der Harmonie zwischen der Seele des Metalls und dem Geist des Trägers?
Dieser Leitfaden ist eine Reise in das Herz der Materie. Wir werden die Persönlichkeit der Metalle entschlüsseln, von der solaren Wärme des Goldes bis zur unvergänglichen Kühle des Platins. Wir werden lernen, die Codes der Alchemisten – die Punzen und Feingehaltsangaben – zu lesen und zu verstehen, warum sie in Deutschland ein so hohes Gut darstellen. Am Ende dieser Reise werden Sie Schmuck nicht mehr nur als Dekoration betrachten, sondern als Talisman, dessen Material eine Geschichte erzählt, die untrennbar mit Ihrer eigenen verbunden ist.
Dieser Artikel führt Sie durch die geheimnisvolle Welt der Edelmetalle und enthüllt ihre tiefere Bedeutung. Der nachfolgende Sommaire bietet Ihnen einen Überblick über die Mysterien, die wir gemeinsam entschlüsseln werden.
Sommaire: Die Geheimnisse der edlen Materie entschlüsseln
- Gold, Platin, Titan: Welches Edelmetall passt zu Ihrem Hauttyp und Lebensstil?
- Die Punze verstehen: Ein kleiner Stempel mit großer Bedeutung für den Wert Ihres Schmucks
- Roségold, Weißgold, Gelbgold: Die Ästhetik und der Charakter unterschiedlicher Goldlegierungen
- Platin: Warum das seltenste und reinste Edelmetall die ultimative Wahl für die Ewigkeit ist
- So strahlt Ihr Schmuck wie am ersten Tag: Der richtige Pflegeleitfaden für Gold, Platin und Silber
- 18 Karat, 750er Gold, Platin 950: Was die Zahlen auf Ihrem Schmuck wirklich bedeuten
- Gold, Stahl oder Titan? Die Wahl des Uhrengehäuses und was es über den Träger aussagt
- Die Rolle innovativer und hochwertiger Materialien als entscheidender Faktor für die Langlebigkeit, die Leistung und die Ästhetik einer Luxusuhr verstehen
Gold, Platin, Titan: Welches Edelmetall passt zu Ihrem Hauttyp und Lebensstil?
Die alte Lehre, Metalle nach Hauttönen zu wählen, ist nur ein Fragment der Wahrheit. Sie spricht von kühlen und warmen Typen, doch ein Alchemist spricht von Resonanz. Es geht nicht nur darum, welche Farbe schmeichelt, sondern welche metallische Essenz mit Ihrer eigenen Aura harmoniert. Gelbgold besitzt eine solare, energetische Signatur, die Vitalität und Wärme ausstrahlt. Platin und Weißgold hingegen schwingen mit einer lunaren, ruhigen Frequenz, die Klarheit und Beständigkeit symbolisiert. Titan, das Metall der neuen Zeit, verkörpert Leichtigkeit, Widerstandskraft und einen futuristischen Geist.
Ihr Lebensstil ist ein ebenso entscheidender Faktor. Sind Sie stets in Bewegung, ein Pionier, der das Abenteuer sucht? Dann verlangt Ihre Energie nach einem robusten Begleiter wie Platin oder Titan, dessen Materie den Widrigkeiten des Alltags standhält. Führen Sie ein Leben, das auf Repräsentation und Tradition ausgerichtet ist? Dann antwortet das klassische Gold auf Ihren Ruf, ein Metall, das seit jeher Reichtum und Status manifestiert. Die Wahl ist somit ein Dialog zwischen Ihrer Lebensphilosophie und der Seele des Metalls. Es ist eine Suche nach dem Material, das nicht nur Ihren Körper, sondern auch Ihren Weg schmückt.
Um eine erste Orientierung in diesem Zusammenspiel von Materie und Geist zu geben, haben deutsche Farbexperten Typologien erstellt, die über die reine Hautfarbe hinausgehen und den gesamten Charakter einer Person einbeziehen.
| Farbtyp | Empfohlenes Edelmetall | Hautcharakteristik |
|---|---|---|
| Frühlingstyp | Gelbgold 750 | Heller, goldener Teint |
| Sommertyp | Platin/Weißgold | Kühler, rosiger Ton |
| Herbsttyp | Roségold/Rotgold | Warmer, goldener Unterton |
| Wintertyp | Platin 950 | Porzellanartige kühle Haut |
Letztlich ist die perfekte Wahl jene, bei der das Metall aufhört, ein Fremdkörper zu sein, und zu einer Erweiterung Ihrer selbst wird. Ein stiller Verbündeter, dessen Glanz Ihre innere Strahlkraft widerspiegelt.
Die Punze verstehen: Ein kleiner Stempel mit großer Bedeutung für den Wert Ihres Schmucks
Ein Alchemist weiß, dass jedes Symbol Macht besitzt. Die Punze, jener unscheinbare Stempel im Inneren eines Rings oder am Verschluss einer Kette, ist weit mehr als eine bloße Angabe des Feingehalts. Sie ist ein Siegel der Wahrheit, ein Pakt zwischen Schöpfer und Träger, der die Reinheit und Herkunft der Materie beschwört. In Deutschland hat dieses Siegel eine besonders tief verwurzelte und ehrenhafte Tradition, die von einem unbedingten Streben nach Präzision und Verlässlichkeit zeugt.
Wie Experten der deutschen Scheideanstalten darlegen, reichen die Wurzeln des deutschen Stempelgesetzes bis ins Mittelalter zurück und wurden mit dem Gesetz von 1888 offiziell kodifiziert. Anders als in vielen anderen Nationen, wo Karatangaben ausreichen, fordert das deutsche Gesetz die Angabe des Feingehalts in Tausendteilen – eine Zahl wie 750, die unmissverständlich erklärt, dass 750 von 1000 Teilen reines Gold sind. Diese numerische Präzision ist keine bürokratische Formalie; sie ist ein Ausdruck von Respekt gegenüber dem Material und seinem Wert. Sie lässt keinen Raum für Zweideutigkeit und schützt den Träger vor Täuschung.
Die mikroskopisch kleinen Zahlen und Symbole sind die Geheimsprache der Goldschmiede, die die Identität und Integrität eines Stückes offenbart.

Die Strenge des deutschen Gesetzes, das nur eine maximale Fehlergrenze von 0,1% erlaubt, verleiht diesen Punzen eine besondere Autorität. Wenn Sie einen solchen Stempel sehen, sehen Sie nicht nur eine Zahl, sondern das Echo jahrhundertelanger Handwerkerehre. Es ist das ultimative Qualitätsversprechen, eingeprägt in die zeitlose Substanz des Metalls selbst.
So wird die Punze vom technischen Detail zum magischen Siegel, das die verborgene Geschichte und den wahren Wert Ihres Schmuckstücks für den Eingeweihten lesbar macht.
Roségold, Weißgold, Gelbgold: Die Ästhetik und der Charakter unterschiedlicher Goldlegierungen
Reines Gold ist eine Seele ohne Körper – zu weich, um den Prüfungen der Zeit standzuhalten. Erst in der Legierung, der alchemistischen Vermählung mit anderen Metallen, findet es seine Form und seinen wahren Charakter. Jede Goldlegierung ist somit nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern die bewusste Schöpfung einer neuen Persönlichkeit. Die Wahl der Legierung ist die Wahl einer spezifischen emotionalen und ästhetischen Signatur.
Gelbgold ist die ursprünglichste Form, am nächsten an der solaren Essenz des reinen Elements. Es strahlt Wärme, Opulenz und eine zeitlose Klassik aus. Weißgold entsteht durch die Beigabe von Metallen wie Palladium oder Nickel, die seine goldene Seele in ein kühles, lunares Licht tauchen. Es spricht von moderner Eleganz und subtiler Zurückhaltung. Roségold, mit seiner sanften Röte, ist das poetischste der Goldlegierungen. Durch die Zugabe von Kupfer fängt es die flüchtige Farbe der Dämmerung ein und symbolisiert Romantik, Zärtlichkeit und einen Hauch von Nostalgie.
Im hochwertigen Segment zeigt sich die wahre Meisterschaft. Wie der BROGLE Ratgeber in seinem Überblick über Edelmetalle betont, gibt es feine, aber entscheidende Unterschiede, die die Langlebigkeit und den Geist des Stückes definieren:
Palladium-Weißgold wird im hochwertigen deutschen Segment bevorzugt, da es hypoallergen ist, nicht vergilbt und langfristig wertstabil bleibt.
– BROGLE Ratgeber, Edelmetalle im Überblick
Diese Wahl offenbart eine tiefere Philosophie: Während günstigeres, nickelhaltiges Weißgold regelmäßig einer Erneuerung durch Rhodinierung bedarf, um seinen Glanz zu bewahren, besitzt Palladium-Weißgold eine unverfälschte, beständige Seele. Seine weiße Farbe ist ihm zu eigen und verblasst nicht. Es ist die Wahl des Kenners, der nicht den Schein, sondern das wahre Wesen sucht.
So offenbart die Legierung die Absicht des Schöpfers: Ob er ein Echo der Sonne, einen Schimmer des Mondes oder die Röte eines Sonnenuntergangs für die Ewigkeit einfangen wollte.
Platin: Warum das seltenste und reinste Edelmetall die ultimative Wahl für die Ewigkeit ist
In der Hierarchie der Metalle thront Platin an der Spitze – nicht durch Lautstärke, sondern durch eine stille, unerschütterliche Präsenz. Es ist die Materie der Ewigkeit, ein Metall, dessen Dichte und Reinheit von einer fast überirdischen Beständigkeit zeugen. Während Gold die Wärme des Lebens symbolisiert, verkörpert Platin die unvergängliche Wahrheit des Kosmos. Seine Seele ist rein, kühl und von einer unvergleichlichen Integrität.
Seine alchemistische Signatur wird durch seine extreme Seltenheit definiert. Wie Experten der deutschen Schmuckindustrie bestätigen, kommt Platin 30-mal seltener vor als Gold. Um eine einzige Unze reinen Platins zu gewinnen, müssen zehn Tonnen Erz abgebaut werden. Diese mühsame Geburt aus der Erde verleiht ihm eine Aura der Kostbarkeit, die weit über den reinen Marktwert hinausgeht. Es ist kein Metall für den flüchtigen Moment, sondern ein Bekenntnis für die Ewigkeit, weshalb es das bevorzugte Material für Verlobungs- und Trauringe ist.
Doch seine wahre Überlegenheit offenbart sich erst über die Zeit, eine Eigenschaft, die Kenner mehr schätzen als den anfänglichen Preis.
Studie zur wahren Kostbarkeit: Platin vs. Weißgold über 20 Jahre
Eine Langzeitbetrachtung der Gesamtkosten zeigt die überlegene Wirtschaftlichkeit und Beständigkeit von Platin 950 gegenüber Weißgold 750. Obwohl die anfängliche Investition höher ist, behalten Platinringe dank ihrer extremen Härte und Dichte ihre Form und ihr Gewicht nahezu ohne Materialverlust. Weißgold hingegen unterliegt einem Abrieb und muss etwa alle 2-3 Jahre neu rhodiniert werden, um seine weiße Farbe zu bewahren. Die natürliche, strahlend weiße Farbe von Platin ist ihm inhärent und verändert sich nicht – ein Beweis seiner reinen und unveränderlichen Essenz.
Wer Platin wählt, wählt nicht nur ein Schmuckstück, sondern ein Fragment der Ewigkeit, das Generationen überdauert, ohne seinen Charakter oder seine strahlende Seele zu verlieren.
So strahlt Ihr Schmuck wie am ersten Tag: Der richtige Pflegeleitfaden für Gold, Platin und Silber
Jedes edle Metall, so beständig es auch sei, lebt und atmet im Kontakt mit der Welt. Es nimmt die Spuren des Lebens auf – den Hauch von Parfüm, den Kontakt mit der Haut, den Staub der Zeit. Die Pflege von Schmuck ist daher kein profaner Akt der Reinigung, sondern ein Ritual der Erneuerung. Es ist der Moment, in dem wir dem Metall seine ursprüngliche Energie zurückgeben und unsere Verbindung zu ihm bekräftigen. Ein Alchemist reinigt nicht nur die Oberfläche, er klärt die Seele des Objekts.
Die Instrumente und Substanzen für dieses Ritual müssen mit Bedacht gewählt werden, denn jedes Metall verlangt nach einer eigenen Zeremonie. Gold, das solare Metall, genießt sanfte Bäder, die seinen warmen Glanz erneuern. Silber, das zur Oxidation neigt und eine dunkle Patina annehmen kann, verlangt nach einer regelmäßigeren Zuwendung, um sein helles, lunares Licht zu bewahren. Platin, das widerstandsfähigste aller Metalle, ist anspruchslos, doch auch seine unvergängliche Seele dankt für eine gelegentliche Politur, die seine Dichte und seinen tiefen Glanz zum Vorschein bringt.
Eine professionelle Werkstatt für diese Rituale zeigt die Sorgfalt und das Wissen, das für den Erhalt der Schönheit erforderlich ist.

Die richtige Pflege ist ein strukturierter Prozess, der sicherstellt, dass kein Aspekt vernachlässigt wird. Ein systematischer Audit Ihrer Sammlung ist der erste Schritt zur ewigen Strahlkraft.
Ihr alchemistischer Plan zur Werterhaltung: Ein Audit in 5 Schritten
- Kontaktpunkte identifizieren: Listen Sie alle Einflüsse auf, denen Ihre Schmuckstücke täglich ausgesetzt sind – Kosmetika, Schweiß, Stöße, Chemikalien.
- Bestandsaufnahme durchführen: Bewerten Sie den aktuellen Zustand jedes einzelnen Stücks. Achten Sie auf feine Kratzer, Anlaufspuren bei Silber oder den Verlust des Glanzes.
- Kohärenz der Mittel prüfen: Stellen Sie sicher, dass Ihre Pflegemittel, wie z.B. spezielle Tauchbäder (etwa Hagerty Gold Clean für Gold), für das jeweilige Metall geeignet sind.
- Emotionale Wirkung bewerten: Identifizieren Sie jene Stücke, die durch mangelnden Glanz die Freude am Tragen mindern. Dies sind Ihre Prioritäten für das Erneuerungsritual.
- Integrationsplan erstellen: Legen Sie einen festen Pflegezyklus fest (z.B. Silber wöchentlich mit einem Tuch polieren, Gold monatlich baden, eine professionelle Ultraschallreinigung jährlich beim Juwelier für ca. 20-40€) und lassen Sie Fassungen wertvoller Steine regelmäßig prüfen.
Durch diese bewussten Rituale wird aus einer einfachen Reinigung eine meditative Praxis, die nicht nur den Schmuck, sondern auch die Beziehung zu ihm erneuert.
18 Karat, 750er Gold, Platin 950: Was die Zahlen auf Ihrem Schmuck wirklich bedeuten
Für den Uneingeweihten sind es bloße Zahlen, für den Alchemisten sind es die Codes der reinen Substanz. Die Angaben wie „18 Karat“ oder „750“ sind keine willkürlichen Maßeinheiten, sondern die präzise Formel, die die Essenz eines Goldstücks offenbart. Sie verraten das exakte Verhältnis zwischen der unvergänglichen Seele des reinen Goldes und den beigemischten Metallen, die ihm Körper und Charakter verleihen. Diese Zahlen zu verstehen bedeutet, die Sprache der Metalle selbst zu sprechen.
Die Karat-Zählung ist ein altes System, das die Reinheit in 24 Teilen misst. 24 Karat ist reines Gold, zu weich für den Alltag. 18 Karat bedeutet, dass 18 von 24 Teilen reines Gold sind. Die deutsche und europäische Punzierung in Tausendteilen ist jedoch die ehrlichere, wissenschaftlichere Sprache. Sie drückt denselben Sachverhalt mit unmissverständlicher Klarheit aus: 750er Gold besteht zu 75% aus reinem Gold. Eine 950er Platinlegierung enthält sogar 95% reines Platin, ein Ausdruck ultimativer Reinheit.
Die Wahl des Feingehalts ist auch ein kulturelles Statement, das in Deutschland eine besondere Präferenz zeigt. Während international 18-karätiges Gold (750) als Standard für Luxusschmuck gilt, hat sich hierzulande eine pragmatische und qualitätsbewusste Mitte etabliert. Laut der Fachvereinigung Edelmetalle fließen mehr als 50% der industriellen Goldnachfrage in Deutschland in die Produktion von 585er Gold (14 Karat), das eine exzellente Balance aus sattem Goldton, Wert und Widerstandsfähigkeit bietet.
Die folgende Tafel entschlüsselt die wichtigsten Codes und ihre Bedeutung auf dem globalen Parkett.
| Deutsche Punze | Karat | Goldgehalt | Internationale Anerkennung |
|---|---|---|---|
| 333 | 8 Karat | 33,3% | Nur in DE als Gold anerkannt |
| 585 | 14 Karat | 58,5% | EU-Standard |
| 750 | 18 Karat | 75% | Weltweit anerkannt |
| 950 (Platin) | – | 95% | Höchste Reinheit |
Wenn Sie das nächste Mal eine Punze betrachten, sehen Sie also nicht nur eine Zahl, sondern die exakte Formel der Seele, die in Ihrem Schmuckstück wohnt.
Gold, Stahl oder Titan? Die Wahl des Uhrengehäuses und was es über den Träger aussagt
Eine Uhr ist mehr als ein Zeitmesser; sie ist ein Mikrokosmos am Handgelenk, ein Talisman, der die persönliche Philosophie seines Trägers widerspiegelt. Das Gehäuse, die schützende Hülle dieses empfindlichen Mechanismus, ist dabei die offensichtlichste Manifestation dieses Charakters. Die Wahl des Materials ist keine rein ästhetische oder finanzielle Entscheidung – sie ist ein Bekenntnis zur eigenen Identität. Jedes Material sendet eine andere Botschaft, eine andere Schwingung in die Welt.
Die Persönlichkeit des Metalls verschmilzt mit der des Trägers. Wie führende deutsche Uhrenmanufakturen in einer Analyse darlegen, offenbart das Material tiefere Wesenszüge:
Stahl verkörpert das ‚Ingenieurs-Statement‘ mit Pragmatismus und Qualität, Gold symbolisiert unternehmerischen Erfolg und Tradition, während Titan für Technik-Affinität und Modernität steht.
– Deutsche Uhrenmanufakturen, Analyse deutscher Uhrenmarken
Diese Philosophie wird in der Praxis deutscher Manufakturen lebendig. A. Lange & Söhne aus dem traditionsreichen Sachsen hüllt seine komplizierten Meisterwerke fast ausschließlich in die edle Wärme von Gold oder die kühle Erhabenheit von Platin – ein Ausdruck von klassischer Haute Horlogerie. Im Gegensatz dazu steht Sinn Spezialuhren aus der Finanzmetropole Frankfurt, bekannt für seine Einsatzzeitmesser aus U-Boot-Stahl. Hier spricht das Material die Sprache der Funktion, der Robustheit und der unbedingten Zuverlässigkeit. Die bayerische Manufaktur Damasko wiederum schmiedet ihre Gehäuse aus eisgehärtetem, nickelfreiem Stahl, eine fast alchemistische Veredelung, die von extremer Belastbarkeit und technologischer Überlegenheit zeugt.
Die Frage lautet also nicht: „Welche Uhr passt zu mir?“, sondern: „Welches Material spricht meine Sprache und erzählt meine Geschichte, Sekunde für Sekunde?“
Das Wichtigste in Kürze
- Die Persönlichkeit des Metalls ist entscheidend: Gold für Wärme, Platin für Ewigkeit, Titan für Modernität.
- Der deutsche Feingehaltsstempel (z.B. 750, 950) ist ein unumstößliches Qualitätsversprechen.
- Langfristige Kosten und Pflegeaufwand (z.B. Rhodinierung bei Weißgold) sind ebenso wichtig wie der Anschaffungspreis.
Die Rolle innovativer und hochwertiger Materialien als entscheidender Faktor für die Langlebigkeit, die Leistung und die Ästhetik einer Luxusuhr verstehen
In der modernen Uhrmacherei hat die Alchemie eine neue Dimension erreicht. Es geht nicht mehr nur darum, traditionelle Metalle zu formen, sondern darum, die Grenzen der Materie selbst zu verschieben. Innovative Materialien sind heute nicht nur eine ästhetische Spielerei, sondern ein entscheidender Faktor für die Seele und Leistungsfähigkeit einer Uhr. Sie sind die Brücke zwischen jahrhundertealter Handwerkskunst und den physikalischen Anforderungen des 21. Jahrhunderts.
Das Herz dieser neuen Alchemie schlägt besonders stark in Orten wie Glashütte, wo Manufakturen wie Glashütte Original oder Nomos traditionelle Werte mit modernster Materialwissenschaft verbinden. Hier wird Platin nicht nur für sein Prestige geschätzt, sondern gezielt für Mikrorotoren im Uhrwerk eingesetzt. Seine extreme Dichte sorgt für eine höhere Aufzugsleistung und trägt so direkt zur Präzision und Langlebigkeit des Zeitmessers bei. Die Materie dient hier nicht mehr nur als Hülle, sondern wird zum aktiven, funktionalen Bestandteil des inneren Organismus der Uhr.
Ebenso werden spezielle Stahllegierungen entwickelt, deren antimagnetische Eigenschaften das empfindliche Herz der Uhr – die Unruh – vor den unsichtbaren Störfeldern des modernen Lebens schützen. Ein Material wie tegimentierter Stahl von Sinn, dessen Oberfläche durch ein spezielles Verfahren gehärtet wird, um sie nahezu kratzfest zu machen, ist der moderne Ausdruck des Wunsches nach Unvergänglichkeit. Hier wird die Materie selbst zu einem Schutzschild, das die Zeit bewahrt. Diese Innovationen zeigen, dass die Wahl des Materials eine strategische Entscheidung für Leistung, Widerstandsfähigkeit und somit für die Ewigkeit ist.
Um die perfekte Uhr zu finden, muss man also nicht nur ihr Design bewundern, sondern auch die Intelligenz und den Geist verstehen, die in der Wahl und Verarbeitung ihrer Materialien stecken.
Häufige Fragen zu den Materialien von Uhren und Schmuck
Warum ist Titan trotz geringeren Preises oft teurer in der Verarbeitung?
Titan erfordert aufgrund seiner extremen Härte spezielle Werkzeuge und Bearbeitungstechniken. Diese komplexen und werkzeugintensiven Prozesse erhöhen die Herstellungskosten des Gehäuses, auch wenn der Rohstoffpreis niedriger als der von Gold ist.
Welches Material bietet den besten Tragekomfort?
Der Tragekomfort ist subjektiv. Titan ist überraschend leicht und erreicht schnell Körpertemperatur, was von vielen als sehr angenehm empfunden wird. Platin hingegen zeigt durch sein hohes spezifisches Gewicht eine spürbare Präsenz am Handgelenk, was von Liebhabern als Zeichen von Wertigkeit geschätzt wird.
Wie unterscheidet sich tegimentierter Stahl von normalem Edelstahl?
Die Tegimentierung ist ein von Sinn Spezialuhren entwickeltes Oberflächenhärteverfahren. Es erhöht die Härte von normalem Edelstahl um etwa das Fünffache, was das Gehäuse extrem widerstandsfähig und nahezu kratzfest macht. Es ist keine Beschichtung, sondern eine tiefgreifende Veränderung der Materialstruktur.